14. Juli 2010
[Spinnencontent] (+ hitzebedingte Textflaute)
Kategorie: Me & I, Tags:

Da es für großartige Texttapeten schlichtweg zu heiß ist: Ein weniger unscharfes Bild von Phobiekiller Brachypelma smithi “Barrett”. (Seit sich meine Befürchtung, der Achtbeiner könnte auf Fluchtgedanken kommen, während ich mit der Kamera beschäftigt bin, mehr oder weniger aufgelöst hat, erkennt man sogar, was genau ich da zu fotografieren gedachte.)

Hier gehts lang!


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29. Juni 2010
All-Inclusive #1
Kategorie: All-Inclusive, Tags:

Me & I: Ich bin zwanzig. Ich nehme das zum Anlass, die große Metamorphose meinerseits zu Laura 2.0 zu starten – fortan werde ich mein Leben nur noch den wirklich ernsten und wichtigen Dingen auf dieser Welt widmen. Ich werde zum Glauben konvertieren, ehrenamtlich arbeiten, die Wochenenden in Suppenküchen verbringen, mir ein Mangofeld in Indien zulegen und zum perfekten Gutmenschen mutieren. Jawohl.
(Sorry, die 27 Grad in diesem Zimmer steigen mir zu Kopf.)

  • Vierbeiner: Domenico wurde offiziell verzogen – während seine zwei Artgenossen bei Magenknurren mit den entsprechenden Katzenfutterschränken liebäugeln, startet Käpt’n Blaubär Angriffe auf unseren wehrlosen Kühlschrank.
  • Achtbeiner: Brachypelma albopilosum “Shakespeare” hat sich gehäutet und umgefärbt, Grammostola mollicoma SF “Cady” folgte und kommt wieder im kleinen (großen) Schwarzen mit feuerroten Extensions daher, und Brachypelma smithi “Barrett” gedenkt der pechschwarzen Glatze zufolge in wenigen Tagen nachzurücken, um pünktlich zum Viertelfinale mit passendem Germany-Outfit aufwarten zu können – na ja, oder so ähnlich. Muss ich erwähnen, dass es nicht bei drei Spinnen bleiben wird?
  • Umzug: Die hiesigen Vermieter, zumindest die, die ich kennenlernen durfte, sind echt cool drauf – dass Häuser gegenüber von Bahnschienen mit einer Kneipe als direktem Nachbarn sich in ausgesprochen ruhiger Lage befinden, war mir bisher gar nicht bewusst gewesen. Auch nicht, dass bald jedes Haus von Welt einen Vorhof mit waschechter Schrottplatzatmosphäre sein Eigen nennen wird. Und, dass “drei Zimmer” eigentlich “anderthalb Abstellräume” bedeutet. Diese ganze Aktion bildet ungemein, ehrlich.

Studium: Das Aufschieben der Bewerbung gelang mir noch volle sieben Tage, seitdem befasse ich mich mit stufenweiser Verdrängung von allem, was mit der Uni zu tun haben könnte. Deswegen hätte ich letztens die milde Gabe von 5 Euro, die der Einladung zu einer Studie beilag, die mir von der Uni per Post zugesendet wurde, beinahe in den Mülleimer geschmissen. Hachja.

Entertainment: Nachdem ich meine alte Röhre durch einen LCD-Fernseher ersetzen konnte, fühlen sich meine Konsolen sichtlich wohler – zumindest kann ich bei Red Dead Redemption, The Lost and The Damned und The Ballad of Gay Tony die Untertitel und Missionsaufträge wieder lesen, wenn mir danach ist, und bei Heavy Rain muss ich nicht mehr raten, was ich den Charakter sagen oder tun lasse, wenn ich vom zwei Meter entfernten Sofa aus spiele.
Persönliches DVD-Highlight bildete “Gamer” mit Gerry Butler, gelesen wird derzeit (nach Jack Ketchums “Evil” und Moers’ “Schrecksenmeister”) “Böse” von Bentley Little.

Howl at the Moon / World Wide Web: In der Tat ist das Internet nicht mehr so mein Ding. Ich stand früher immer auf die ganz simplen Blogs, in denen jemand schlicht und ergreifend seine Alltagserfahrungen niedergeschrieben hat – ohne, dass dieser Jemand sein gesamtes Privatleben vor einem ausgebreitet hat, aber so, dass es interessant zu verfolgen war, und so, dass man das Gefühl hatte, die Worte eines denkenden Menschen zu lesen. Ich will nicht behaupten, dass es das nicht mehr gäbe, aber offen gestanden schrecken mich die zahlreichen nackten Themenblogs, die sich derzeit großer Beliebtheit erfreuen, stark vom Suchen ab – irgendwie bin ich dann doch nicht Voyeur genug, um mich dafür zu interessieren, was Unbekannte Person XY sich zuletzt für ein Kleidchen in den Schrank gehängt hat. Nicht, dass es mir zustehen würde, irgendwas in der “Blogosphäre” zu kritisieren, allerdings muss ich zugeben, dass ich langsam aber sicher aus der Sache rausgewachsen bin, und das ist irgendwie schade, weil damit eine Ära von gut sieben Jahren zu Ende geht.
(Das hindert mich aber glücklicherweise nicht daran, diese Domain zu belegen und alle paar Wochen sinnloses Zeug in dieses Artikelfeld zu tippen.) (Wenn ich seit meines KOI-Studiums nicht die strikte Weigerung verspüren würde, mein Smultron auch nur zu starten, hätte diese Seite übrigens seit drei Monaten ein neues Theme.)

Retrospektive: Meine Abi-Entlassungsfeier ist jetzt genau ein Jahr her – und interessanterweise habe ich bis heute gelegentlich schwer dramatische Abiturprüfungs-Alpträume (die im übrigen grundsätzlich von den Fächern Kunst und Biologie handeln – in Anbetracht der Tatsache, dass ich mit Deutsch, Englisch, Mathe und Geschichte in die Prüfungen gegangen bin, ist das ein kleines bisschen dämlich).


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3. Juni 2010
Irgendwie hatte ich bisher vergessen, die Das-will-ich-mal-werden – Auflösung zu liefern.
Kategorie: Me & I, Studium, Tags: ,

Schlafen. Aufstehen. Spinnencheck. Trimmradsession. Badezimmeraufenthalt. Katzenpack begrüßen. Lesen (nach Laymons Insel derzeit Kings Needful Things). Essen. Zocken (= F.E.A.R. 2 Project Origin). Spinnencheck. Lesen. Fernsehen. Spinnencheck. Schlafen.

- Drei Zeilen, um meinen wahnsinnig interessanten Tagesablauf zu beschreiben – und damit gleichzeitig den Grund, warum ich gerade ausgesprochen wenig zu berichten habe.

Momentan schiebe ich meine Unibewerbung vor mir her, um die Zeit zu verkürzen, die ich hinterher auf Zu- oder Absage warten muss, verzweifle bei der Wohnungssuche (was jetzt natürlich klingt, als wäre ich eins von den übelst coolen Kids, die sich mal eben eine eigene Bude in jeder beliebigen Unistadt leisten können – nope, bin ich nicht, ich bin uncool und lebe bei meiner Mutter, und das einzige, was mich diesbezüglich anpisst, ist, dass diese Tatsache die Wohnungsfindung wider Erwarten in keinster Weise erleichtert), erfreue mich konsequenter Dauermüdigkeit und bin insgesamt nicht sonderlich zum Nachdenken aufgelegt – ich will nicht darüber nachdenken, ob ich mit klinischer Linguistik das lernen werde, was mich happy macht, ich will nicht darüber nachdenken, ob ich den Studienplatz kriege oder nicht, ich will über kein Best Case – Szenario nachdenken, weil ich mir nicht sicher sein kann, dass es eintrifft, ich will über kein Worst Case – Szenario nachdenken, weil ich mir nicht sicher sein kann, dass es nicht eintrifft, ich will an kein “was wäre, wenn” denken, ich will an gar nichts denken und ausharren, bis ich zumindest ein kleines bisschen Gewissheit über das habe, was kommen wird.

Es ist eigentlich ziemlich bescheuert, dass es ausgerechnet Klinische Linguistik sein soll. Ich hatte vor meiner Flucht aus dem KOIteich nie darüber nachgedacht, ob ich sowas gerne lernen würde – hätte ich mich nicht spaßeshalber neben Informatik zusätzlich für Psychologie und KliLi beworben, wäre mir vielleicht nie aufgefallen, dass es dieses Fach an meiner Uni gibt.
Und das wirklich Bescheuerte an der Sache ist, dass ich letztes Jahr die Zulassung sowohl für Klinische Linguistik als auch für Psychologie gehabt hätte, mir aber erst viel zu spät bewusst geworden ist, dass ich beides davon tausendmal lieber gemacht hätte als Kognitive Informatik. Das ist so eine gottbeschissene “Ich könnte mir in den Arsch beißen” – Situation, und ich bin mir ziemlich sicher, dass mir sämtliche Sicherungen durchknallen werden, wenn ich jetzt, wo ich’s verdammt nochmal WILL, keinen Platz bekomme.

Natürlich könnte ich mich mit dem Gedanken trösten, dass mir ohne meinen wenig erfolgreichen Ausflug in die Uni-Informatik nie bewusst geworden wäre, dass ich nicht der misanthropische Vollidiot bin, der ich geglaubt habe zu sein, und erst dieses bahnbrechende Wissen konnte mir Tür und Tor zu den bisher gemiedenen sozialen Berufsfeldern eintreten und mich deren Glanz erkennen lassen. Ich meine, das klingt ja sehr ergreifend, allerdings bin ich dann doch nicht so sehr Gutmensch, dass mich spontan der “LASSEN SIE MICH IHNEN HELFEN!” – Flash treffen würde, aufdass ich fortan jedermanns schützende Hand spielen und alten Omis den Weg über die Straße erleichtern wollen würde (ich bin eigentlich eher der Typ für Mordgedanken gegenüber tattrigen, alten Menschen, denen das Notizzettelchen mit der Geheimzahl abhanden gekommen ist – was den Betreffenden natürlich genau dann auffällt, wenn sie soeben Supermarktkasse oder Geldautomat in Beschlag genommen haben). Die Erkenntnis, dass ich nicht sozial unfähig, sondern ledigleich zeitweise sozial unwillig bin, war nicht ganz unwesentlich bei der Entscheidung für KliLi, okay, und aus der Möglichkeit, einer Person und deren Umfeld den Alltag erleichtern zu können, ziehe ich einen ebenso nicht unwesentlichen Teil meiner Motivation (und ja, ich helfe gerne, wenn ich kann) – der Hauptgrund, warum es nun aber gottverdammtnochmal DOCH Klinische Linguistik sein soll, ist denkbar primitiv: Ich weiß, dass ich auf Linguistik stehe, ich weiß, dass ich auf Biologie stehe, ich weiß, dass ich auf Psychologie stehe, und ich weiß, dass ich auf das Gefühl stehe, etwas Falsches oder Kaputtes wieder gerade zu biegen – sei es nun ein Bild, das schief an der Wand hängt, oder jemandes Sprachfähigkeit. (Sollte ich irgendwann sprachtherapeutisch arbeiten, so hoffe ich, dass meine Patienten das hier nie lesen werden.) Und ich weiß, dass ich es weiß – KliLi ist ergo kein Fach, das ich – wie damals zurecht Informatik – auf meiner Liste mit fünfundzwanzig Fragezeichen versehen müsste.

Dass ich mir diesmal so abartig sicher bin, steigert die Panik vor einer Absage leider ins Unermessliche. Ich weiß nicht, was ich tun werde, wenn’s nicht klappt. Ich habe keine Ahnung. Nicht die geringste. Und das fühlt sich beschissen an.

Ich widme mich jetzt Punkt 12 meiner Tagesliste: Fernsehen.

(Hirnmodus: standby.)


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