Persönlich
Frohes Fest! Frohes Fest! Frohes Fest! Faules Fett… Fett und faul… Froh-faul-fett… Und Sie mich auch!
(Eine schöne Bescherung)
Letzten Sommer stand ich eines Morgens mit der Kaffeetasse in den Pranken vorm Küchenfenster und starrte nach draußen, als auf einmal ein Nachbarsjunge vorbeirannte, gröhlend eine AK47 schwenkend. Die sah aus diesen drei Metern Entferung so echt aus, dass mir fast die Tasse aus der Hand rutschte – die Vorstellung, was die nächste weitsichtige Seniorin beim Anblick der schicken Plastikwaffe empfinden mochte, zauberte mir dabei ein ganz gewaltiges Grinsen aufs Gesicht, bin ich doch alles andere als ein Morgenmensch und neige zu früher Stunde zu leichter Gehässigkeit.
Meine nächste Reaktion war… offen gestanden ein Hauch von Neid. Nicht, weil ich in dem Moment gerne an seiner Stelle schreiend durch die Straße gerannt wäre, mit einem Gewehr über dem Kopf herumfuchtelnd, sondern weil ich früher gerne mit einer Waffe fuchtelnd durch die Straße gerannt wäre. Keiner echten natürlich, ich war nie wirklich gewaltätig (ich konnte nur Puppen nicht ausstehen) – nur einer, die halbwegs echt aussah. Ich hatte sehr tolerante Eltern, es mangelte mir nie an dem Star Wars-Lego, das ich gerade haben wollte, aber die Sache mit der Waffe… Das wäre zu viel gewesen. Ich traute mich damals nicht einmal, zu fragen. Star Wars-Lego war okay, aber eine Waffe sendete irgendwie die falschen Signale. Also fand ich mich damit ab und beließ es dabei.
Weihnachten ist für Erwachsene nicht mit dem zu vergleichen, was es für Kinder ist. Kinder warten 24 Tage lang gemütlich darauf, das größte Türchen im Adventskalender öffnen zu dürfen, warten dann weiter bis zum Abend und werden schließlich endlich auf ihre Geschenke losgelassen – Erwachsene quälen sich etwa 24 Tage lang mit der Organisation einer völlig hirnlosen Feierlichkeit, verbringen dann einen mehr oder weniger erträglichen Abend im Kreis der Familie (wie erträglich das Fest wird, hängt meist davon ab, wie viel Familie man zu ertragen hat) und dürfen dann die Zeit danach damit verbringen, die Spuren zu beseitigen. Meine Einstellung zu Weihnachten hat sich in den vergangenen Jahren also durchaus grundlegend gewandelt.
Manche Dinge ändern sich allerdings nie. Gewisse Menschen freuen sich beispielsweise auch dann noch über bestimmte Geschenke, wenn sie mit satten 14 Jahren Verspätung eintrudeln. Und so unmädchenhafte Interessen kleine Mädchen manchmal haben, so kindisch benehmen sich auch manche Erwachsene. Gut, dass man heute stolz behaupten kann, die Walther P99 aus Plastik, die dort vorm Fernseher liegt, gehöre zu einer Videospielkonsole. Dann kommt auch keiner auf die Idee, dass ich vielleicht doch noch eines Tages damit gröhlend durch die Straße rennen könnte…
3 Kommentare zu “Festtage”
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am 31. Dezember 2011 um 15:00 Uhr
also für plastikwaffen kann und konnte ich mich eigentlich nie so begeistern. eigentlich gar nicht muss ich gestehen. aber ich hatte auch deutlich mehr lego als puppen.
für weihnachten schon. ich suche gerne geschenke für menschen die ich mag und überrasche sie mit kleinigkeiten, die persönlich sind. aber dieser richtige wahnsinn und dieser familienstress, da mach ich nicht mit. muss ich in der form zum glück auch nicht. bei uns ist das jetzt wieder meistens sehr gechillt. und ab nächstes jahr gibt es bei mir daheim auch endlich einen christbaum – im topf (:
ach laura, damit darfst du dich doch sehr gern wiederholen ((((: ich finds toll dass du das so verstanden hast. aber ich wollte sichergehen, dass nicht alle völlig verwirrt sind und damit der serie dann gar keine beachtung schenken, das hätte ich schade gefunden.
das glaub ich dir. aber es gibt auch viele christinas, man glaubt es kaum. in meiner schulzeit sind mir kaum welche untergekommen, aber in der fh gabs einige. deswegen freu ich mich auch so, dass paleica einzigartig ist und mein fotopseudonym auch. ein bisschen individualität muss man sich halt erhalten ^.^
mir gehts da auch so. irgendwas mit geringer tiefenschärfe abgelichtet und ein paar bokehpunkte und ich bin schon happy, hihi!
ach frag nicht. immer noch nicht weiter. anfang jänner muss dann aber angezaht werden. dringendst. ich möchte im jänner gern das 1. kapitel schreiben. und bis april mal den ersten entwurf fertig haben. hoffentlich.
auch dir einen ganz wunderbaren rutsch und eine sanfte landung im neuen!!
am 1. Januar 2012 um 12:19 Uhr
Ach doch – gerade, wenn man mit diesen Plastikwaffen heutzutage vorm Fernseher rumfuchteln kann und tatsächlich (und ungefährlich) um sich schießen kann, hat das schon was. Dann hört man sogar das Nachladegeräusch. Hachja. Gut, dass es das früher noch nicht gab, hätte ich das gehabt, ich hätte bedeutend weniger Zeit auf Bäumen und im Dreck verbracht, wie es sich für kleine Blagen eigentlich gehört…
Ich schenke eigentlich auch sehr gern, aber im Kreise von “ich brauch nix” und “ich hab alles” ist das manchmal schrecklich schwierig. Dieses Jahr fiel mir für eine Person das perfekte Geschenk erst am 23. Dezember ein – Amazon sei Dank kam das gerade noch rechtzeitig, aber auf den Stress kann ich verzichten. Und manche Menschen mögen dieses betont Persönliche irgendwie nicht, keine Ahnung, wieso. Aber auf meinen Weihnachtsbaum mag ich auch nicht verzichten, auch wenn unserer nur aus Plastik ist! ;)
am 3. Januar 2012 um 13:03 Uhr
liebe laura, das kann schon sein, der kranich war irgendwo in der masse an iphonebildern die ich so im laufe der zeit gezeigt hab (und womit ich jetzt erstmal wieder aufgehört habt).
wenn es einem gelingt, dann ja. aber ich finde, das kommt unter all dem soll und muss viel zu kurz, dabei ist doch das einzig wirklich wichtige (neben den überlebensfaktoren natürlich), dass man sein leben so gestaltet, dass man sich später gern dran zurückerinnert und sich nicht vorwerfen muss, seine lebenszeit verschwendet zu haben.
das mit dem september ist ja ein witziger zufall. vielleicht liegt das daran, dass man halt im sommer die längsten ferien hat und immer das neue semester losgeht und das halt sowas wie der ultimative neuanfang ist (;
wirklich? ich hab damals mit 14 akribisch nach einem namen gesucht, der nicht immer schon vergeben ist und x nummern dahinter braucht. dann wars erst paleika, aber das hatten dann einige andere auch. aber mit c bin ich bis jetzt soweit ich weiß die einzige und das stellt mich zufrieden +g+
danke. ja, der anfang ist immer der schwerste. ich muss mich jetzt eben mal besser organisieren. dringendst.
ps: ich kommentiere noch zu diesem artikel, weil ich den langen drüber noch nicht gelesen hab. es mangelt grad an zeit, ich hols aber nach!