drei x drei #1
Kategorie: Entertainment, Tags: Bücher, Filme, Games
Natürlich könnte ich diesen Eintrag ganz girlymäßig meinem Friseurbesuch letzte Woche widmen, wollte ich allerdings beschreiben, was mich momentan wirklich in meinem Leben beschäftigt, sähe das eher so aus:
Die Menschenleserin, Jeffery Deaver (2009):
Neben den Lincoln Rhyme-Romanen eine neue vielversprechende Deaver-Reihe, diesmal über die Verhörspezialistin Kathryn Dance – cooles Buch für Kinesik-Freaks wie mich, spannend, mit einigen unerwarteten Wendungen.
Ausgelöscht, Cody Mcfadyen (2010):
Der vierte Smoky Barrett-Roman – gewohnt mitreißend, gewohnt spannend, gewohnt toller Schreibstil. Wie der Vorgänger “Das Böse in uns” ist auch dieser Teil ruhiger und weniger blutig als die ersten beiden Werke – vom “Todeskünstler” sieht er in meinen Augen nur die Rücklichter, aber er ist jede Leseminute wert.
Die Arena, Stephen King (2009):
Lässt sich mit vier Buchstaben beschreiben: KING. Knüpft nahtlos an die Genialität von “Wahn” an und lässt alles auch nur im entferntesten Vergleichbare im Regen stehen – nicht zuletzt deshalb, weil für den “Horror”, wenn man es so nennen will, hier in erster Linie die Menschen selbst verantwortlich sind und weniger die SciFi -Phänomene um sie herum.
Avatar – Aufbruch nach Pandora, James Cameron (2009):
Nach dem Hype beeindruckend unbeeindruckend – keine Ahnung, wie’s in 3D aussah (was das angeht bin ich total out), aber Videospielgrafik ohne Videospiel reißt mich nicht gerade vom Hocker. Und abgesehen von der wahnsinnig revolutionären “Die Menschheit ist böse”-Story erstickt der lasche Soundtrack jedes auch nur im Ansatz aufkommende “WOAH!”-Gefühl im Keim – nicht gut. Ich steh ja auf Filme, wo man auch mal den Kopf abschalten kann, und ich mag die Farbe Blau, aber wer so auf dicke Hose macht sollte einem zumindest noch ein paar Sternchen in die Augen zaubern können.
Das Leben vor meinen Augen, Vadim Perelman (2007):
Nachdem ich für anklagende “Die Welt ist böse”-Filme mittlerweile nur noch ein Augenrollen und ein “Heul doch” übrig habe, bin ich an die Amoklaufthematik eher zweifelnd rangegangen – statt einem vorwurfsvoll erhobenem Zeigefinger an wen oder was auch immer ging’s hier allerdings vielmehr um das, was eine gegen zwei Schülerinnen erhobene Schusswaffe und die Frage “Wen von euch beiden soll ich töten?” für Folgen nach sich zieht – oder auch nicht. Im ersten Moment noch leicht verwirrend, alles in allem aber wirklich überzeugend.
Awake, Joby Harold (2007):
Liefert zu Beginn ein Worst Case-Szenario für jedes Individuum mit Operationsangst – bei vollem Bewusstsein in seinem Körper auf dem OP-Tisch gefangen zu sein – und eine der für mich grauenhaftesten Filmszenen seit langem, wird mit der Zeit aber ruhiger und, wenn man so will, einfühlsamer. Die surrealen Elemente treten die Logik teilweise mit Füßen, das macht den Film aber nicht unbedingt weniger packend. Letztendlich ein interessantes Drama mit der einen oder anderen unerwarteten Wendung im Handlungsverlauf.
Final Fantasy XIII, Koch Media GmbH (2010):
Cool. Die Story um Cocoon und die Fal´Cie ist nicht bahnbrechend neuartig, aber interessant, und die Charaktere fügen sich gut ein; das Kampf – und Paradigmensystem gefällt mir persönlich ausgesprochen gut und die Grafik – klar, die lässt nichts zu wünschen übrig. Wer nicht nur lautstark für einen FFVII – Klon plädiert und bei jeder Veränderung “scheiße!” schreit, ist hier für einige Stunden sehr gut bedient – ich fand übrigens FFVIII und FFX immer am besten, keine Ahnung, was immer alle mit der 7 haben.
Heavy Rain, Sony Computer Entertainment (2010):
Genau das, was man sich unter der Bezeichnung “Interaktiver Film” vorstellt – ein Psychothriller mit SAW-Einlagen, der mich regelrecht vor die Glotze gefesselt hat. Die Vernetzung der Schicksale der verschiedenen Charaktere ist sehr glaubwürdig gelungen und durch die Story und deren Spannungsaufbau lässt sich zu jedem Handelnden eine Bindung aufbauen – die Steuerung und die zahlreichen, zugegebenermaßen langen, Quick Time Events sind gewöhnungsbedürftig, aber dies ist das erste Game, das mich so ausreichend mit Adrenalin versorgt hat, dass ich vor lauter Nervosität nicht mal mehr die X-Taste getroffen habe – und das erste Game, dem ich dank der massenhaften Entscheidungsmöglichkeiten und deren unbekannten Auswirkungen auf den Verlauf der Geschichte hundertprozentigen Wiederspielwert zusprechen kann.
Batman Arkham Asylum, Koch Media GmbH (2009):
Neben “The Darkness”, “Infamous” und “Prey” eines der Spiele, die ich einlege, wenn ich mich allmächtig fühlen will – ohne, dass das bedeuten müsste, dass es durch einen zu geringen Schwierigkeitsgrad langweilig werden würde. Atmosphärisch wahnsinnig dichte Comicumsetzung mit relativ freier Spielwelt, echtem Bats-Feeling, amüsantem Joker und sehr coolen Gadgets. Und als angenehme Abwechslung zu den Hauptmissionen gibt’s einige Riddler – Rätsel zu lösen und Tonbänder mit Aufnahmen diverser Charaktere aus den Comics von Sitzungen beim Psychiater zu finden – da bleibt eigentlich nichts zu wünschen übrig.
Hab ja nie behauptet, ich würde was Sinnvolles mit meiner Zeit anfangen.
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27. April 2010
Tempus mutantur et nos mutamur in illis
Kategorie: Me & I, Tags: Achtbeiner, aus dem Nähkästchen, Vierbeiner
(Zum Beispiel konnte ich mal Latein. Irgendwann. Ein bisschen.)
Top Lowlight der vergangenen Wochen: Ein gähnend leerer Rattenkäfig.
Top Highlight der vergangenen Wochen: Wer unfreiwillig in einem KOI – Teich schwimmt, braucht ganz dringend ein Hobby – meins hat, wie unschwer zu erraten, acht Beine.
Ich dachte immer, ein “Neigungswechsel” wäre die weniger umgangssprachliche Umschreibung für “Das Fach ist scheiße”, die man dem BAföG-Amt bei einem Studienfachwechsel vorzulegen hat, nicht aber der Begriff für irgendetwas, das einem tatsächlich passieren kann – das war offensichtlich einer der zahlreichen Irrtümer meines Lebens, denn irgendwie scheint’s soetwas eben doch zu geben. “Neigungswechsel” ist genau das Wort, das mir einfällt, wenn ich vor einer Tafel voller Formelmüll stehe, wenn ich mir sicher bin, dass ich wenige Monate zuvor noch irgendeinen mystischen Sinn und Zweck hinter all den lustigen Zeichenaneinanderreihungen dort gesehen und das Interesse verspürt hätte, eben diese Hintergründe verstehen zu können – wenn sich zu dem Zeitpunkt aber schlichtweg gar nichts mehr in mir rührt, außer vielleicht dem Bedürfnis, die katastrophale Grammatik meines Dozenten zu korrigieren. Das sind die berühmten “Was zum Teufel hab ich mir dabei gedacht” – Momente, die ich nie haben wollte. Und ja, das nervt.
“Neigungswechsel” ist auch genau das Wort, das mir einfällt, wenn ich einen Browser öffne und anstelle von Blogs und Privaten Webseiten lediglich ein Vogelspinnenforum öffne und langweilige Internetrecherchen über Autos, Filme, Games, Linguistik und Psychologie starte. (Meine wenigen Lieblingsblogs lungern im Feedreader herum, keine Sorge.)
Wenn ich anstelle von Blogeinträgen Terrarienanlagen plane. Oder oder oder.
(“Neigungswechsel” ist genau das Wort, das mir nicht einfällt, wenn ich nach einem langen Tag aufs Sofa falle und Pokemon SoulSilver oder Digimon World DS spiele.)
Die drei neuen haarigen Biester sind bisher angenehme Mitbewohner (wenn man davon absieht, dass mir gestern ihr Essen ausgebüchst ist – aber dafür hat man feline Staubsauger im Haus) – keine, mit denen man Gassi gehen würde, aber spannende Langeweilevertreiber, und recht hübsch noch dazu.
Und es ist irgendwie befriedigend, die Freude meiner Nachbarin, dass meine Ratten “endlich verreckt” sind, mit einem “Dafür sind ein paar Vogelspinnen bei mir eingezogen, soll ich Ihnen bei Gelegenheit mal eine rüber bringen?” dämpfen zu können.
(Achtung Achtung, es folgt ein qualitativ minderwertiges Beweisfoto (m)einer juvenilen 0.0.1 Brachypelma smithi…)
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30. März 2010
306 Wörter und Spinnencontent ohne Spinnen
Kategorie: Me & I, Tags: Achtbeiner, aus dem Nähkästchen
(Yo, diejenigen, die in den letzten Tagen über Suchbegriffe à la “Parksaufen 2010″ auf diesen Blog gestoßen sind, haben bestimmt voll das gefunden, was sie gesucht haben, Alter.) (Nicht.)
Was müssen das für Zeiten gewesen sein, als ich mehr als zweimal im Monat gebloggt habe? Und als meine Einträge darüberhinaus noch jedes Mal so beschissen LANG waren?
Mehr Sinnlosigkeit in höherer Dosierung in kürzeren Abständen.
Ich frage mich ernsthaft, was ich als Schulkiddie seinerzeit als so wahnsinnig bloggenswert empfunden habe – heute brauche ich für einen gewöhnlichen Blogeintrag mindestens drei Anläufe, bis ich das Gefühl habe, dass mir der Durchschnittsmensch (mich eingeschlossen) nicht schon unterm Titel wegpennt.
Die letzten Wochen waren cool – ich bin von Natur aus niemand, dem die Sonne aus dem Arsch scheint, aber das kann man so stehen lassen – und obgleich vielleicht noch nicht alles auf der Planungsliste abgehakt werden kann, hab ich die wichtigsten Missionen erfolgreich abgeschlossen (darunter auch, Quantic Dreams’ endgenialen Fahrenheit-Nachfolger “Heavy Rain” mit Happy End durchzuzocken und mich von Stephen Kings Lederköpfen und Dale ‘Barbie’ Barbara zu verabschieden, um zu McFadyens “Ausgelöscht” weiterziehen zu können) und fühle mich auf die bald startenden letzten KOI-Monate mehr oder minder vorbereitet – auch wenn mir diesbezüglich nicht unbedingt die Wohlfühlschauer über den Rücken jagen, was soll’s.
Für die Arachnophilen: Geduld ist eine Tugend. Wenn ich meinen “Spinnenhändler”, wie meine Mutter ihn genannt hat (nebenbei bemerkt mit so einem gewissen Unterton, der mich eher an einen zwielichtigen Drogendealer hat denken lassen), diese Woche noch zu fassen kriege, wird’s vielleicht nächste Woche was mit dem Einzug. (Vogelspinnen sind kein Hobby, dass man sich über die Wintermonate anlachen sollte. Ehrlich. Ich war sowieso nie sonderlich tugendhaft, aber vier Monate Wartezeit sind hart.)
Und als Beweis dafür, dass mein phobisches Alter Ego nicht die Überhand gewinnt, spendiere ich einen kleinen Einblick in die hier wartenden (und noch unbewohnten) Achtbeinerterritorien…
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